In aller Kürze:

„Die Logik ist zwar unerschütterlich, aber einem Menschen, der leben will, kann sie nicht widerstehen“ Franz Kafka, Der Prozess

„Die Grenze ist nicht das, wobei etwas aufhört, sondern, wie die Griechen es erkannten, die Grenze ist jenes, von woher etwas sein Wesen beginnt.“ Martin Heidegger, Bauen Wohnen Denken

Und weiter, Heidegger in op.cit.:

„Wir versuchen, dem Wesen des Wohnens nachzudenken. Der nächste Schritt auf diesem Wege wäre die Frage: wie steht es mit dem Wohnen in unserer bedenklichen Zeit? Man spricht allenthalben und mit Grund von der Wohnungsnot. Man redet nicht nur, man legt Hand an. Man versucht, die Not durch Beschaffung von Wohnungen, durch die Förderung des Wohnungsbaues, durch Planung des ganzen Bauwesens zu beheben. So hart und bitter, so hemmend und bedrohlich der Mangel an Wohnungen bleibt, die eigentliche Not des Wohnens besteht nicht erst im Fehlen der Wohnungen. Die eigentliche Wohnungsnot ist auch älter als die Weltkriege und die Zerstörungen, älter auch denn das Ansteigen der Bevölkerungszahl auf der Erde und die Lage des Industrie-Arbeiters. Die eigentliche Not des Wohnens beruht darauf, daß die Sterblichen das Wesen des Wohnens immer erst wieder suchen, daß sie das Wohnen erst lernen müssen. Wie, wenn die Heimatlosigkeit des Menschen darin bestünde, daß der Mensch die eigentliche Wohnungsnot noch gar nicht als die Not bedenkt? Sobald der Mensch die Heimatlosigkeit jedoch bedenkt, ist sie bereits kein Elend mehr. Sie ist, recht bedacht und gut behalten, der einzige Zuspruch, der die Sterblichen in das Wohnen ruft.“

Das schrieb Heidegger 1951. Wenn das Universum also wirklich das endliche Ding ist, von dessen Seitenflächen das Spiegelbild bereits vergangener Jahrmilliarden zurückgeworfen wird, entsteht in der Überlagerung von Geschehen, Bild und Abbild eine Gemengelage, aus der wir wesentliche Informationen gewinnen können. Gleichermaßen kann wohl das Zeitgeschehen durch das zurückgeworfene Bild vergangener zeitgeschichtlicher Ereignisse anders, bewusster kommentiert und interpretiert werden. Die Abstände zwischen gleichförmigen Ereignissen werden kürzer, wobei  die technologischen Änderungen nur hinwegtäuschen über deren Gleichartigkeit. Die Reaktionen müssen klüger und existentieller werden, vielleicht zurückgeführt auf das Bedürfnis der friedlichen, selbstbestimmten Verortung von Menschen, auch und gerade in der Herausforderung unserer aktuellen Zeit.