„Erstmals in der Geschichte der Architektur tritt mit dem Eisen ein künstlicher Baustoff auf. Er unterliegt einer Entwicklung, deren Tempo sich im Laufe des Jahrhunderts beschleunigt. Sie erhält den entscheidenden Anstoß als sich herausstellt, daß die Lokomotive, mit der man seit Ende der zwanziger Jahre Versuche anstellte, nur auf eisernen Schienen verwendbar ist. Die Schiene wird der erste montierbare Eisenteil, die Vorgängerin des Trägers. Man vermeidet das Eisen bei Wohnbauten und verwendet es bei Passagen, Ausstellungshallen, Bahnhöfen – Bauten, die transitorischen Zwecken dienen.“

Walter Benjamin, Das Passagen-Werk: „Fourier oder die Passagen“

… und weiter, in „Daguerre oder die Panoramen“:

„Wie die Architektur in der Eisenkonstruktion der Kunst zu entwachsen beginnt, so tut das die Malerei ihrerseits in den Panoramen.“

Lesenswert, scheibchenweise, voller Phantasie und Mut. In einer Zeit, zwischen 1927 und 1940, die Mut verlangte, um Gutes überleben und erleben zu lassen. Benjamins Flucht endete in der Nacht zum 27. September 1940 in Port Bou im scheinbar Unausweichlichen. Das dürfen wir heute, dieser Tage nicht mehr zulassen.

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Mercado Central, Belo Horizonte (MG) Brasilien; Dezember 2012