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Neulich, im Fränkischen: ein Lichtmast mit ganz eigenem Kontext.

Die Durchführung durch’s Dach mit einer Manschette abgesichert, er kann sich also bewegen, ohne dass es die Ziegel zerdrückt. Der Abstand zur Wand etwas knapp, ähnlich wie jener zum Blumentrog, der seinem Fuß sehr nahe rückt. Es mutet an, als hätte man den Mast an die Kette gelegt: Ring um den Fuß, mit Kette und Kugel – nur, dass die Kugel hier ein wenig größer ist, eine Doppelgarage. Ob es ihn wohl stört, den Masten? Nein, denn er denkt sich: ich war vorher da und werde auch nachher noch da sein. Jedenfalls länger als der Blumentrog…

Wie kommt man auf so eine Idee? Weil man die Traufe schon immer so gemacht hat. Genial oder trivial? Jedenfalls seltsam.

Es ist ein guter Lichtmast: zwei Betonfertigteile in klarer Trennung der Funktionen Tragen und Kragen, die Gestaltung folgt dem statischen Prinzip, der Beton hochverdichtet und stabil, ein schlanker Knoten. Umso bewundernswerter, mit welcher Ruhe er seine Situation meistert.