wanderer, betrittst du den eingang vom alten friedhof aus, so wähle mit bedacht deinen weg und folge ihm festen schrittes.
linker hand steigen die stufen sanft und bequem, dein tritt klingt geerdet, am zeichen der ehe vorbei betrittst du nach kurzem verweilen im sich öffnenden gang den grabplatz. vor dir der eheleute bogen, das wasser wird dich geleiten, der bogen macht dich verneigen beim eintritt ins grab, solltest du diese geste der ehrerbietung der vielen eindrücke wegen versäumen.
wählst du jedoch den rechten weg, so steigen die stufen steil, sie klingen hohler bei jedem schritt, der gang wird zum dunklen tunnel, schwer hallen deine tritte nach, wenn du in richtung der öffnung am ende gehst. ein tor aus glas in schwerem stahlrahmen musst du nach unten drücken, darübersteigen, es gleitet ins wasser und kommt hinter dir benetzt wieder hoch. unklar wird dein blick zurück, schemenhaft nur vermagst du die andere, zurückliegende seite erkennen. trittst du aus dunklem gang ans licht, findest du dich im pavillon auf dem wasser zwischen seerosen wieder. setze dich, verweile, denke nach oder sei stille, denn deine seele meldet sich hier zu wort.
wer draußen auf dem gras wandert, sah an den seilen und rollen, welchen weg du nahmst.
seile über dem boden sind es auch, die verhindern, dass man allzu leichtfertig über die wiese wandelnd ins wasser hineinfällt: man landet vorher recht unsanft im gras!
schreite hinüber zur kapelle, auch sie ein ruhiger ort, festlich geschmückt, mit heller mitte. dahinter ein wasserbecken, vielleicht ist der gärtner anwesend und erzählt dir die geschichte vom großen fisch im becken bei der kapelle.
versäume nicht, zum grab des architekten zu gehen, in der nische hinter der kapelle, ein bescheidenes plätzchen an schönem ort.
im nahen asolo gibt es vielleicht neben der burg noch jenes ristorante, auf dessen terrasse carlo scarpa zeichnend saß. die besitzerin breitete vor nunmehr über zwanzig jahren vor uns die alten skizzen auf papiernen tischdecken aus, ein unvergessenes erlebnis wie auch die kalte platte tris di pasta mit einem glas rosé am sommerlichen nachmittag, mein blick schweifte über die zeichnungen wie über die sanften hügel der umgebung.