Geld statt Gott.

„Im November 1947 aber, als ich gerade in Berlin war, ereilte mich telefonische Nachricht: Der „Weltrat der Kirchen in Genf“, „Lutheran World Federation“, „Evangelical and Reformed Church“, „Presbyterian Church“ und „Schweizer Hilfswerk“ haben 40 Notkirchen, 40 mal 10 000 $ gestiftet. Grosse Erfüllung! … Diejenigen, die mir die Nachricht meldeten, erwarteten wohl, ich würde laut aufjubeln. Und ich dachte eigentlich selbst, ich müßte es tun. Aber ich verstummte, ging auf die Straße und wanderte stundenlang durch die Trümmerfelder, wie ein Besessener, wie ein Verurteilter. … Wird es 40, ach nein: wird es 10, oder auch nur 5 solcher Not-Gemeinden geben? Wenn nicht, so will und muß ich den wunderbaren Auftrag in die Hände der großmütigen Stifter zurücklegen. … Und so fing ich an, von Bauort zu Bauort zu fahren, die Bauplätze, das Material und die Mittel zu prüfen – und die Bereitschaft der Gemeinden. Auch den Zustand der Ruinen, denn oft lassen die Elemente der Notkirche sich merkwürdig einfügen. … Darum bauen wir Notkirchen.“

– Otto Bartning: Warum Notkirchen. Abgerufen am 2. Oktober 2012.

Das Wahlpflichtfach setzt sich mit dem baukulturellen Erbe der Nachkriegskirchen in Bayern am Beispiel zweier Kirchen des Architekten Olaf Andreas Gulbransson (1916 – 1961) auseinander: St. Lukas/ Kehlheim-Bauernsiedlung und St. Markus/ Kehlheim-Affeckingen. Neben der Erfassung und Dokumentation beider Kirchen in Plänen und Modell entwickeln die Studierenden Konzepte einer (bau-)künstlerischen Auseinandersetzung mit den Kirchenbauten.

mit Prof. Joachim Wienbreyer