Wie also plant man eine gute Schule?

„Lernen benötigt unterschiedliche Perspektiven und aktive Zugänge: vom Instruktionsraum zu vielfältig nutzbaren Flächen. Lernen ist ein aktiver und interaktiver, emotionaler und situierter Prozess. Dieser Prozess ist dann besonders effektiv, wenn inneres Begehren, Anerkennung durch andere, Selbsttätigkeit und Selbstbestimmung ineinander greifen. Dabei ist es wichtig, verschiedene Zugänge zum Lernen zu ermöglichen, die der Vielfalt der unterschiedlichen Lerntypen entsprechen. Daraus folgt als Anforderung: Klassenzimmer sind ähnlich wie große Werkstätten oder Ateliers zu gestalten, ergänzt durch Ausstellungsflächen, Bühnen, Leseplätze, Orte für Experimente und Inspiration.“

Aus: „Vergleich ausgewählter Richtlinien zum Schulbau – Kurzfassung“, Hrsg. Montag Stiftung Urbane Räume, Autoren Arno Lederer/ Barbara Pampe, Institut für Öffentliche Bauten und Entwerfen, Fakultät Architektur und Stadtplanung der Universität Stuttgart, Seite 9

Das deutsche Bildungswesen steht unter dem „nachhallenden“ Eindruck der Pisa-Studien wieder einmal auf dem Prüfstand und mit ihm auch unsere Schulbauten. Kaum ein anderes Bauprogramm wird derzeit so strapaziert wie jenes des Schulbaus, in allen Ebenen, von der Grundschule bis zur Hochschule, in allen Regionen und  Bundesländern. Die Länder haben in unserer föderalistischen Struktur die Bildungshoheit, müssen sich also einzeln und doch gemeinsam den Herausforderungen eines europäischen Kernlandes stellen, in einen Bildungswettbewerb mit anderen europäischen Ländern und Regionen einzutreten und dabei doch eine ganz eigene Identität zu bewahren. Gemeinnützige Organisationen wie die Jerzy-Montag-Stiftung für Urbane Räume stellen sich gemeinsam mit Architektenverbänden wie dem Bund Deutscher Architekten BDA und Hochschuleinrichtungen wie der Fakultät Architektur und Stadtplanung der Universität Stuttgart dieser Herausforderungen und unterziehen die Schulbaurichtlinien der deutschsprachigen Länder und der Bundesländer einer eingehenden Analyse in Kernfeldern wie „Inklusive Schule“ oder „demokratische Schule“, aber auch „Schulbaufinanzierung und –förderung“ oder „Planungsverfahren und –beteiligte“.

Die Aufgabe im Master Architektur und Kontext, MA 1.2 Entwurf Objekt/ 2012W setzt sich mit diesen Entwicklungen an einem sensiblen Ort in Nürnberg auseinander. Am nordöstlichen Bahngeländerand der Nürnberger Südstadt, an der Schnittstelle zwischen unterschiedlichen Bauformen, verschiedenartigen sozialen Strukturen, geprägt von hohem Verkehrsaufkommen einer Einfallschneise in die Nürnberger Altstadt suchen wir nach einer Lösung für eine kleine 2-zügige Grundschule als Quartiersschule mit Mittagsbetreuung und Außenflächen.

Die Aufgabe steht nicht allein für sich im ersten Mastersemester:

Im Modul 1.3 Konstruktion und Klimatik bei Prof. Dr. Rudolf Hierl wird die zugehörige Einfachturnhalle auf einem bahnbegleitenden Nachbargrundstück entworfen und konstruktiv durchgebildet. Bei Prof. Peter Scheck werden die Studierenden stadtplanerisch beraten und befassen sich mit den umliegenden städtebaulichen Strukturen, hier insbesondere mit dem Übergang von der Bahnbrache „An den Rampen“ im Osten hin zum Südstadtpark auf dem Vorfeld des Nürnberger Hauptbahnhofes.

mit DI Andreas Weingut

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